An diesem Mittwoch wusste er, dass die Zeit gekommen war. Er machte Pause in seinem Lieferwagen, als er im Rückspiegel die beiden Mädchen an der Bushaltestelle sah. Die grössere von den Kleinen hatte die Haare zu einen kecken Pferdeschwanz zusammengebunden. Bei jedem Wort von ihr wippte dieser lustig. Sie sah recht frühreif aus. Ihre Brust zeichnete sich fast schon der kurzen Bluse ab. Ihr Bauchnabel würde später bestimmt ein Piercing bekommen. Dann wäre ihre Beine auch länger und die Pumps würden zu High-Heels. Eine richtige kleine Lolita! Ihre Freundin hielt ihr den Schminkspiegel und schaute zu, wie sie tatsächlich versuchte sich die Wimpern zu schwärzen. Als der kleine Junge hinzukam, wurde es ernst. Nun musste geschwärzt werden. Der kleine Mann war ein richtiger Ratgeber. Gekonnt zeigte er ihr, wie der Pinsel locker nach außen geführt wird und dabei die äußere Augenfalte schattiert. Als er das beobachtete, zwang sich erst ein Lächeln auf seine Lippen, dann nickte er. Die Kinder waren alleine an der Bushaltestelle des Villenviertels. Der Bus kam, sie stiegen hinein und als der Bus nicht mehr zu sehen war, stieg er aus dem Lieferwagen und studierte den Fahrplan. Der Bus fuhr früh morgens, mittags und abends. Jeweils dreimal. Als ihm auffiel, das dies die Abfahrtszeiten waren und er für die Ankunftszeiten auf den Plan der gegenüberliegenden Seite schauen sollte, fluchte er leise.
Freitag, 24. Juli 2015
Freitag, 17. Juli 2015
Die Bank
"Komm, mach doch mit. Knacken wir die Bank!" schlug Matze vor.
"Ich mache so was nicht!" antwortete Alfons fest
"Ist überhaupt kein Risiko. Dr. Hildebrandt plant das genau. Und Du kennst ihn doch. Was der vorschlägt hat doch immer Hand und Fuß."
"Ja, schon. Aber kann ja auch schiefgehen"
"Null Risiko." Die beiden schauten sich kurz an, dann provozierte Matze mit: "Du hast bestimmt keine 15.000€, gibts zu"
"Ist viel Geld und hinterher .."
"Das klappt schon, aber wir müssen schon investieren."
"Ich schaffe nur 5.000€ und dann ist mein Konto schon zu. Wo hast Du die Kohle eigentlich her?"
"Meine Oma! Dafür hat man die doch. Was glaubst Du eigentlich, warum ich da einmal im Monat hingehe und Käffchen trinke?" nach einer kleinen Pause setzte Matze hinzu: "Deine wohnt doch in einem eigenen Reihenhäuschen, warum fragst Du nicht einmal?"
"Weiß nicht. Die kenne ich doch nur vom hören sagen."
"Trau Dich einfach. Die freuen sich immer, die Alten. Und haben Geld wie Heu. Wem sollen sie das denn sonst geben? Stell Dich vor und erzähl halt was von Hochzeit oder Wohnung oder Haus. Wirst sehen, was die gebunkert hat. Und wenn nicht, lass Dir die Preziosen geben. Weißt ja wo man die verticken kann."
"Ich mache so was nicht!" antwortete Alfons fest
"Ist überhaupt kein Risiko. Dr. Hildebrandt plant das genau. Und Du kennst ihn doch. Was der vorschlägt hat doch immer Hand und Fuß."
"Ja, schon. Aber kann ja auch schiefgehen"
"Null Risiko." Die beiden schauten sich kurz an, dann provozierte Matze mit: "Du hast bestimmt keine 15.000€, gibts zu"
"Ist viel Geld und hinterher .."
"Das klappt schon, aber wir müssen schon investieren."
"Ich schaffe nur 5.000€ und dann ist mein Konto schon zu. Wo hast Du die Kohle eigentlich her?"
"Meine Oma! Dafür hat man die doch. Was glaubst Du eigentlich, warum ich da einmal im Monat hingehe und Käffchen trinke?" nach einer kleinen Pause setzte Matze hinzu: "Deine wohnt doch in einem eigenen Reihenhäuschen, warum fragst Du nicht einmal?"
"Weiß nicht. Die kenne ich doch nur vom hören sagen."
"Trau Dich einfach. Die freuen sich immer, die Alten. Und haben Geld wie Heu. Wem sollen sie das denn sonst geben? Stell Dich vor und erzähl halt was von Hochzeit oder Wohnung oder Haus. Wirst sehen, was die gebunkert hat. Und wenn nicht, lass Dir die Preziosen geben. Weißt ja wo man die verticken kann."
Freitag, 10. Juli 2015
Koks
"Er war direkt tot. So einen Schlag überlebt keiner. Sehen Sie nur, direkt auf den Hinterkopf hinter dem Ohr wurde er getroffen. Sein Schädel war sofort hinüber. Könnte ein präziser Schlag mit einem Totschläger gewesen sein. Oder unglaublicher Zufall. Genaueres erst nach dem Labor."
"Wie lange ist das her?"
"Noch ganz frisch, keine Stunde"
Kommissarin Helferich schaute sich den Mann im schwarzen Anzug genauer an. Er war vielleicht dreißig Jahre alt. Seine Hände waren gepflegt. Unter den Schliessfächern entdeckte sie einen Schlüssel. "Sehen Sie mal dort. Den Schlüssel"
"Wir haben hier alles so liegen lassen, damit sie einen Eindruck bekommen. Fotographiert haben wir schon alles. Soll ich das Fach öffnen?" Der Mann im weissen Overall nahm den Schlüssel hoch und schaute die Kommissarin fragend an. Sie nickte. Im obersten Fach sahen sie Beutel mit weißem Inhalt.
"Könnten Drogen sein. Da müssen wir dann wohl die grossen Spurensicherung veranstalten. Ergebnisse gibt es morgen"
"Wie lange ist das her?"
"Noch ganz frisch, keine Stunde"
Kommissarin Helferich schaute sich den Mann im schwarzen Anzug genauer an. Er war vielleicht dreißig Jahre alt. Seine Hände waren gepflegt. Unter den Schliessfächern entdeckte sie einen Schlüssel. "Sehen Sie mal dort. Den Schlüssel"
"Wir haben hier alles so liegen lassen, damit sie einen Eindruck bekommen. Fotographiert haben wir schon alles. Soll ich das Fach öffnen?" Der Mann im weissen Overall nahm den Schlüssel hoch und schaute die Kommissarin fragend an. Sie nickte. Im obersten Fach sahen sie Beutel mit weißem Inhalt.
"Könnten Drogen sein. Da müssen wir dann wohl die grossen Spurensicherung veranstalten. Ergebnisse gibt es morgen"
Freitag, 3. Juli 2015
Verlobung
Es regte ihn nicht auf, dass er, wie immer, auf Sascha warten musste. Sascha musste sich immer erst noch stylen, wenn es hinausgeht.
"Die neue Schnecke nicht vernaschen?" war die erwartete Frage, die der Freund nach der eher einsilbigen Begrüßung stellte. Wie der dabei grinsen konnte? dachte Wolfi. Er erklärte, dass es Sinn der Sache wäre zu prüfen, ob oder auch ob nicht. "Du nimmst das viel zu schwer" war dann der, sicherlich gut gemeinte, Rat des Freundes, bevor über die Vorzüge des freien Singledaseins geschwärmt wurde. Ein Mann muss eben sehen, dass er seinen Samen in möglichst breit verteilt. Wie schon bekannt, wurde noch einmal wiederholt, dass das ganze etwas biologisches sei. Wolfi nahm das nicht zu Ernst und nach ein paar Minuten kamen sie bei Annas Wohnung an.
"Die neue Schnecke nicht vernaschen?" war die erwartete Frage, die der Freund nach der eher einsilbigen Begrüßung stellte. Wie der dabei grinsen konnte? dachte Wolfi. Er erklärte, dass es Sinn der Sache wäre zu prüfen, ob oder auch ob nicht. "Du nimmst das viel zu schwer" war dann der, sicherlich gut gemeinte, Rat des Freundes, bevor über die Vorzüge des freien Singledaseins geschwärmt wurde. Ein Mann muss eben sehen, dass er seinen Samen in möglichst breit verteilt. Wie schon bekannt, wurde noch einmal wiederholt, dass das ganze etwas biologisches sei. Wolfi nahm das nicht zu Ernst und nach ein paar Minuten kamen sie bei Annas Wohnung an.
Freitag, 26. Juni 2015
Marie-Carmen und Gerald
"Komm mit, ich zeig Dir was. Das hast Du noch nicht gesehen" Marie-Carmen wusste nicht so recht, was sie von dem Angebot halten sollte.
"Was denn?"
"Schau mal, das kann ich auch an der Rückseite machen" Gerald stieg auf sein Skateboard und nahm Fahrt auf. Er steuerte nicht die aufgestellten Rampen und auch nicht die Stahlreling in der Mitte des Skateplatzes an, sondern die Betoneinfassung, die die alte Musikschule umgab. Sollte er versuchen dort zu sliden? Es war eine hohe Stufe bestimmt mehr als einem halben Meter? Marie-Carmen nickte andächtig mit dem Kopf, als sie ihn auf der Stufe sliden sah. Er hatte das Board quer zur Stufe und rutschte auf dem Holzbrett etwa zwei Meter, bevor er wieder herunter sprang und weiter rollte.
Grinsend kam Gerald wieder zu ihr.
Sie zuckte nur mit den Schultern: "Du springst halt höher, und?"
"Hier ist das ja noch einfach. Aber auf der Rückseite der Schule ist ja nur der Weg und es sind Bäume und Büsche an der Stufe, da gibt es nur eine Stelle, die klappen könnte. Seit ein paar Tagen komm ich vor den Büschen wieder herunter."
"Wow. will sehen"
Die beiden fuhren die paar Meter zur Rückseite der Musikschule.
"Was denn?"
"Schau mal, das kann ich auch an der Rückseite machen" Gerald stieg auf sein Skateboard und nahm Fahrt auf. Er steuerte nicht die aufgestellten Rampen und auch nicht die Stahlreling in der Mitte des Skateplatzes an, sondern die Betoneinfassung, die die alte Musikschule umgab. Sollte er versuchen dort zu sliden? Es war eine hohe Stufe bestimmt mehr als einem halben Meter? Marie-Carmen nickte andächtig mit dem Kopf, als sie ihn auf der Stufe sliden sah. Er hatte das Board quer zur Stufe und rutschte auf dem Holzbrett etwa zwei Meter, bevor er wieder herunter sprang und weiter rollte.
Grinsend kam Gerald wieder zu ihr.
Sie zuckte nur mit den Schultern: "Du springst halt höher, und?"
"Hier ist das ja noch einfach. Aber auf der Rückseite der Schule ist ja nur der Weg und es sind Bäume und Büsche an der Stufe, da gibt es nur eine Stelle, die klappen könnte. Seit ein paar Tagen komm ich vor den Büschen wieder herunter."
"Wow. will sehen"
Die beiden fuhren die paar Meter zur Rückseite der Musikschule.
Freitag, 12. Juni 2015
Austern
Die roten Locken fielen ihm schon von weitem auf. Sie gehörten zu der Frau auf dem ersten Liegerad vor den Fernsehern. Mit schnellem Schritt ging er zu dem freien Liegerad neben ihr, legte sein Handtuch auf die Sitzfläche und stieg hinauf. Er legte die Füsse auf die Pedale und begann langsam zu treten. Die Anzeige im Display vor ihm leuchtete auf und er konnte Programm, Dauer und Schwierigkeitsgrad wählen. Er wählte "quick start", 10 Minuten und "easy". Nach ein paar Minuten ging sein Blick nach links zu den roten Locken. Sie gehörten einer Frau. Als sie sich zu ihm umblickte, drehte er den Kopf nach vorne und schaute in den Fernseher. Nicht noch einmal schaute er in ihre Richtung. Nach 10 Minuten fiel ihm ein hübscher Mann in Begleitung eines gleichaltrigen Mannes, der einen ansehnlichen Bierbauch vor sich her trug, auf. Alfred schaute in seine Richtung, während er langsam Rad stieg und sein Handtuch faltete. Die beiden gingen zu den Hanteln. Alfred trainierte nach seinem festen Plan, da waren nur die unterschiedlichen Geräte für Arme, Beine und Bauchmuskeln vermerkt. An der Klimmzuggerät mit Podest und Gegengewicht stellte stellte er 30 Kg ein. Er stieg die Sprossen herauf, ging auf das Podest und hielt sich an der Stange fest. Nun war er 30 Kg leichter und er konnte sich hoch ziehen. Immer wenn er oben war, schaute er lange in den Frauenhantelbereich. Dort trainierte eine grosse, kräftige Frau Situps. Sein Blick wanderte immer sofort zu ihr. Bei allen Stationen seines Planes verfuhr er so. Sorgfältig studierte er seinen Plan, stellte das Gerät ein. Immer beobachtete er die anderen Körper. Den hübschen Mann sah er später in der Sauna wieder.
Mittwoch, 3. Juni 2015
Anfangskapital
"Hallo Mille, alter Indianer auch hier?" Der große Mann schaute sich langsam und begrüsste den Ankömmling mit einem Nicken.
"Das ist ja ein Ding, aber Du machst das ja auch nicht zum ersten Mal."
"Und?"
"Also ich komme gerade vom feiern, eigentlich." Ein breites Grinsen unterbrach den gleich wieder fortgesetzten Redefluss. "Bis zwei Uhr war ich diese Nacht draussen. Warum muss ich eigentlich hier hin? Lernen tun wir hier doch nichts. Und für unsere Jobs braucht man das doch gar nichts. Wir sollen hier schrauben und basteln mit Metalldingern lernen, oder so. Wer nicht Computer wollte, muss hier. Du hast doch so etwas schon mal mitgemacht, oder? Erzähl doch mal" Er klopfte seinem Kumpel auf die Schulter.
"Feilen. Mehr war nicht. Ein Stück Eisen in Schraubstock und dann glatt machen"
"Und warum das?"
"Disziplin" Der Mann mit dem schwarzen Pferdeschwanz sprach das Wort ganz langsam aus. Er hob dabei den rechten Zeigefinger.
Der, etwa gleich große, genauso stämmige Mann mit der Igelfrisur schaute verblüfft und holte Luft: "Also das ist das dümmste, was ich je gehört habe. Nur deswegen hierhin zu kommen. Die haben mir doch gesagt, dass ich was technisches Lernen würde. Mit Metall und so. Weil Weiterbildung sein sollte ..."
"Ja, das heißt auch anders, ist aber nur ... " Mille zuckte mit den Schultern "feilen." Er nickte und zog dabei die Lippen breit.
"Da bau ich mir lieber was eigenes auf. So wie Fox, bei dem hat das geklappt. Schon gehört?"
"Kenn keinen Fox"
"Du kennst doch Fokkes, den, der nicht Lesen und Schreiben konnte"
"Mit den strubbeligen Haaren?"
"Ja, genau, stell Dir vor, der baut sich jetzt ein Wohnhaus"
"Nee, Blechhütte?" Mille lacht spöttisch.
"Er lässt bauen. Zum vermieten. Der ist richtig Unternehmer geworden. Ich mache so etwas auch!"
"Ich höre"
"Das ist ja ein Ding, aber Du machst das ja auch nicht zum ersten Mal."
"Und?"
"Also ich komme gerade vom feiern, eigentlich." Ein breites Grinsen unterbrach den gleich wieder fortgesetzten Redefluss. "Bis zwei Uhr war ich diese Nacht draussen. Warum muss ich eigentlich hier hin? Lernen tun wir hier doch nichts. Und für unsere Jobs braucht man das doch gar nichts. Wir sollen hier schrauben und basteln mit Metalldingern lernen, oder so. Wer nicht Computer wollte, muss hier. Du hast doch so etwas schon mal mitgemacht, oder? Erzähl doch mal" Er klopfte seinem Kumpel auf die Schulter.
"Feilen. Mehr war nicht. Ein Stück Eisen in Schraubstock und dann glatt machen"
"Und warum das?"
"Disziplin" Der Mann mit dem schwarzen Pferdeschwanz sprach das Wort ganz langsam aus. Er hob dabei den rechten Zeigefinger.
Der, etwa gleich große, genauso stämmige Mann mit der Igelfrisur schaute verblüfft und holte Luft: "Also das ist das dümmste, was ich je gehört habe. Nur deswegen hierhin zu kommen. Die haben mir doch gesagt, dass ich was technisches Lernen würde. Mit Metall und so. Weil Weiterbildung sein sollte ..."
"Ja, das heißt auch anders, ist aber nur ... " Mille zuckte mit den Schultern "feilen." Er nickte und zog dabei die Lippen breit.
"Da bau ich mir lieber was eigenes auf. So wie Fox, bei dem hat das geklappt. Schon gehört?"
"Kenn keinen Fox"
"Du kennst doch Fokkes, den, der nicht Lesen und Schreiben konnte"
"Mit den strubbeligen Haaren?"
"Ja, genau, stell Dir vor, der baut sich jetzt ein Wohnhaus"
"Nee, Blechhütte?" Mille lacht spöttisch.
"Er lässt bauen. Zum vermieten. Der ist richtig Unternehmer geworden. Ich mache so etwas auch!"
"Ich höre"
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