Freitag, 10. April 2015

Das Goldstück

Wie jeden Mittwochabend ging er alleine auf die Jagd. Hier zeigte sich seine Meisterschaft. Mittwochs gibt es wenig Beute, aber wenn, dann würde sie sich lohnen! An diesem Mittwoch probierte er eine Karaoke Bar aus. Vorher war nie auf diese Idee gekommen, aber ein Beitrag im Pickup Forum wies auf einen Frauenüberschuss hin und, tatsächlich, ein Trupp junger Frauen feierte. Die Kunst war hier schnell die eine des Abends zu finden. Es gibt nur einen Versuch, keine möchte zweite Wahl sein. Die siebener mit den goldenen Haaren! Ihre Augen trafen sich kurz, dann blickte er auf ihr Kinn, ihren Unterleib, ihre Brust und dann wieder ganz, ganz kurz in die Augen. Sie lächelte, er blieb cool und bestellte sich an der Bar erst einmal eine Caipirinha. Dabei prüfte er etwaige Konkurrenz, aber es standen nur ein paar Saufbrüder an der Bar. An den Tischen waren nur noch zwei Paare, die Beute war freigegeben. Als eine der Frauen sich an "Walk like an Egyptian" versuchte, setzte er sich in Bewegung und zeigte, dass er sich zur Musik zu bewegen wusste. John Travolta hätte das kaum besser machen können und schon strahlte ihn das Goldlöckchen an. "So bewegt sich doch ein Ägypter?" fragte er.
"Ein Ägypter?" ihr Mund blieb kurz offen, dann "Ah, ja. Egyptian ... oh der ist gut" Sie brach in schallendes Gelächter aus. Ein doofer Siebener! Ihre Freundinnen lachten mit und, er lächelte alle an, verweilte kurz bei einer Schwarzhäutigen, bevor er zu der blonden sagte, dass sie ganz zauberhaft lache. "Du gefällst mir" sagte sie. Wenig später versuchte sie sich an "Because the night". Auf den Weg zum Mikrofon sagte sie zu ihm: "Hör gut zu!". Er schnappte sich die Schwarze und tanzte mit ihr. Der Gesang wurde ungenauer und klang fasst schon ärgerlich. Ja, das mit der du-bist-gar-nicht-so-toll-Masche funktionierte wie immer.



Arm in Arm gingen sie zu seiner Wohnung. An einer Ampel legte sie ihre Arme um seinen Hals, küsste ihn und meinte: "Genau die ideale Grösse". Als sie weitergingen legte er seine Hand in ihre Taille und bemerkte: "Eine Wespentaille, wie von eine kleinen, süssen Honigbiene."
"Ich bin aber nicht die Maja"
"Ich auch nicht der Willi, ich stech Dich."
Bei diesem und ähnlich gelagerten Witzen, erklang ihr schallendes Lachen. Doof fickt gut! freute er sich schon auf das, was in seinem Bett geschehen würde. Da macht die rundliche Nasenspitze auch gar nichts aus, die ihrer Bewertung einen Punkt gekostet hat. Ihr spitzes, gerades Näschen, hätte Kleopatras Nase sein können, aber so war vorne ein Knöllchen. Beim Ficken war das natürlich vollkommen egal! Als sie in seiner Wohnung waren, meinte sie: "Kommen wir doch sofort zur Sache". Kaum waren sie am Bett, war sie auch schon ausgezogen. Er hatte sein Hemd gerade aufgeknöpft, da warf sie ihn schon auf das Bett und zog ihn aus. Er verschränkte die Hände hinter dem Kopf und ließ sie machen.
"Er wird ja schon ... Ui ... Eine Kanone hast Du da .... Das ist der Lauf und das die Munition ... Nur noch den Abzug festklemmen"
"heh?" Was hat sie vor? Pervers?
"Hier, der verhindert einen Frühschuss" sie stülpte einen engen Gummiring über seinen Ständer bis zum Sack.
"Wie als wenn ..." er kommt doch immer als letzter, macht doch jeder Gentleman.
"Ach, bitte, ist doch viel lässiger" sie konnte den richtigen Schmollmund, super!
"Und nun noch ein Mützchen" schon war ein Kondom mit Noppen übergezogen.
"Und nun fang ich ganz langsam an"
In der folgenden, gefühlten, Ewigkeit wechselten sie mehrfach zwischen oben und unten. Danach lag er wieder auf dem Rücken. Diesmal hatte er aber nur eine Hand hinter dem Kopf. Die andere streichelte ihre Taille und war an dem Arm, in den sie sich hineingekuschelt hat. Er feierte seine Leistung! Wie gut sie roch und wie goldig ihre Haare waren. Falls er sich einmal auf eine festlegen sollte, wäre es solch eine in schlau. Ob die dann aber auch so gut im Bett wäre?

Eigentlich sollte er sie nun heraus werfen. Sie könnte sonst auf Ideen kommen.
"Du hast das richtig toll gemacht" hörte er sie sagen.
"Ich bin halt recht geübt, kannst Du häufiger haben."  Von den vielen anderen, die bei ihm Schlange stehen, wollte er erzählen, aber sie hob ihren Kopf und lächelte ihm zu, "So ein toller Hengst hat bestimmt eine ganze Herde von willigen Stuten" sagte sie.
"Ich bin mehr ein Jäger, der mit seiner Kanone das Wild erlegt"
"Genau! Baller sie alle ab!" Sie lachte schallend und stand auf.

Er schaute ihr beim Ankleiden zu. Erstaunlich effizient waren ihre Bewegungen. Ihr Tanga kam als erstes. Ihren BH schloss sie vorne, drehte das Ding dann um und zog die Träger über. Normal wäre ja ein "kannst Du mir mal helfen" gewesen. Dabei hätte er ihr dann einen Klaps auf den Arsch gegeben, sie hätte sich lächelnd umgedreht und er hätte sie geküsst. Ach, er rief sich die vergangene Ewigkeit in Erinnerung. Das hätte er von einer siebener gar nicht erwartet. Obwohl ihr süßer Knubbel auf der Nase eigentlich ja ein Pluspunkt wäre. Woah, er hat eine neuner klar gemacht! Sie krempelte die Beine ihrer Strumpfhose auf, zog sie über die Füsse und dann die Hose nach oben. Wie geschmeidig sie sich bewegte! Als die den Bund der Strumpfhose über ihrem Bauch los lies, fragte sie: "Als Mann bist Du doch bestimmt gut im Rechnen, nicht wahr?"
"Klar, nur zu. Männer können alles und besonders Rechnen"
"Also da gibt es die Geschichte von dem Goldstück, das verschwindet. Die musst Du mir erklären" drehte sie sich zu ihm um und schaute ihn merkwürdig interessiert an.
"Frauen muss ich immer Geldgeschichten erklären, frag nur."
"Drei Reisende nehmen ein Zimmer zu 30 Goldstücken in einer Wirtschaft. Jeder bezahlt 10. Als sie auf ihr Zimmer gehen, stellt der Wirt fest, dass er es an diesem Tag für nur 25 angeboten hat. Schnell schickt er den Burschen hinterher, der ihnen die fünf überzähligen Goldstücke zurück geben soll. Auf dem Weg fragt sich der Bursche, wie die drei wohl die fünf Goldstücke aufteilen würden. So gibt er jedem Reisenden ein Goldstück und steckt selber zwei Goldstücke ein."
Sie machte eine Pause, nahm ihren Rock vom Stuhl, drehte sich zu ihm um  und schaute ihn prüfend an. Was sollte das denn? dachte er sich.
"Das Zimmer war ja nun 30 Goldstücke wert, die Gäste haben drei mal neun bezahlt, das macht doch 27. Und der Bursche hat zwei. Aber das sind doch, 27 und 2, tatsächlich nur 29 Goldstücke und nicht 30! Da fehlt doch eines. Wo ist es hin?" Sie zog ihren Rock an und griff nach ihrer Bluse.

"Au, das ist doch egal, oder?" Sie zog ihre Bluse über und schaute ihn ohne zu lächeln an, während sie einen Knopf nach dem anderen zu knöpfte. Er sollte das eigentlich können und versuchte dann: "Also die haben am Anfang 30 Goldstücke bezahlt und dann aber 27 und der Bursche.." Sie atmete hörbar aus, als sie den letzten Knopf knöpfte. "nein, nein, warte. Die haben am Ende dann 27 bezahlt und dann, ja, das ist es!" triumphierte er. "25 hat der Wirt und zwei der Bursche. Da fehlt gar nichts, du Dummerchen"
Er hörte ein schallendes Lachen und als er sie fragend anschaute, blickte er in ein freundliches Lächeln.
Sie widmete sich ihren Schuhe an und erklärte dabei: "Viele nehmen den Preis als zum Zimmer gehörig an. Das ist normal, der Preis ist bei uns ja fest. Wer von dieser Vorstellung nicht herunter kommt, der hat mit solch einer Aufgabe Probleme." Sie richtete sich auf und nickte ihm zu. "Du hast das recht fix gelöst." Sie nahm Jacke und Handtasche und verabschiedete sich mit: "Ey, Du bist ja doch gar nicht so simpel, wie gedacht. Ich meld mich vielleicht mal. Und Waidmannsheil"