Freitag, 3. April 2015

Die Sau

"Hallo Liebes, ich bin heute mal früher dran"
"Ja, wir sind gerade am Abendessen, Der Papa ist dran", sie stellte den Ipad auf den Esstisch und die Kinder winkten ihrem Vater zu.
"Hallo ihr, morgen komm ich wieder zurück, es hat alles viel schneller geklappt ..."
"Dann kannst Du mich tanzen sehen, toll" die Tochter winkte aufgeregt.
"Ja, um halb fünf im Kindertheater, das könntest Du doch tatsächlich schaffen, oder?"
"Wir landen um drei, Du müsstest mich abholen."
Die Gruppe am Esstisch freute sich und vergaß ihren Vater am Ipad. Bis dieser verkündete: "Also heute Abend gehe ich mit Freddy feiern, er will die Sau rauslassen, deswegen wird das nichts mit dem Gutenacht Anruf"
"Das hast Du dir verdient, feiert schön, aber pass auf Dich auf" meinte seine Frau und beendete das Gespräch. Er schaute sein Tablet noch lange an, bevor er es auf den Schreibtisch des Hotelzimmers legte.

Er war gespannt, wie Freddy an dem Abend die Sau herauslassen wollte. Sie aßen nicht wie sonst bei einem Griechen oder Italiener, sondern richtig edel in einem französischen Restaurant. Beim Aperitif, es gab Kir mit Edelzwicker, und der Vorspeise, Weinbergschnecken, feierten die beiden ihren Erfolg und unterhielten sich über das Projekt. Mit der Sau war für seinen Geschmack schon ein wenig los. Noch ein, oder zwei Glas nach dem Essen, mehr erwartete er nicht. Zu seiner Überraschung machte Freddy einen unerwarteten Vorschlag:
"Sag mal, Du Familienmensch, wie wäre es wenn wir schauen, ob wir heute Abend zum Ficken kommen?" Freddy grinste über das breite Gesicht.
"Ich weiß nicht, Du spinnst"
"Nach so einem Erfolg, Mensch! Macht Dich das nicht an? Meinst Du morgen wärst Du ihr Held? Also ich brauche eine Frau heute Abend. Bist Du nicht neugierig, wie das wäre? Oder traust Du dich nicht?"
"Aber da finden wir doch nichts, so auf die Schnelle." Oswald zog die Augenbrauen zusammen und schüttelte den Kopf.
"Lass mich man machen. Wer ist hier der Verkäufer?" Freddy hob sein Glas. Die beiden prosteten sich zu und nach dem Dessert, es gab eine köstliche Creme Brulee, bestellten die beiden keinen Grappa, sondern einen Espresso.

Sie gingen in das Vergnügungsviertel der Stadt. "Es ist Dienstag abend, zehn Uhr und, wie wir sehen, sind wir nicht in Berlin oder Hamburg", bemerkte Oswald.
"Immer schön das negative sehen. So lieb ich Dich. Aber schau nur dort hinten, sieht das nicht nach Rotlichtviertel aus?"
"Na, also, das ist doch nicht so das wahre"
"Ficken ist ficken. Du willst dich doch nicht verlieben? Oder? Und so teuer ist das auch nicht. Das kannst Du doch einfach ausrechnen. So ein Fick kostet, na, sagen wir mal 80 €. Aber dafür bekommst Du ihn auch. Wenn Du eine Schnalle in einer Disko freihälst kostet das mindestens 30€ und Du hast noch das Risiko, dass es schiefgeht. Sagen wir mal eine Quote von 30 Prozent. Du müsstest dreimal freihalten, das macht dann 90€. Und kannst Dir sogar nichts aussuchen. Mann, da ist ein Puff einfach kostengünstiger."
Oswald hörte zu und bemerkte, dass sich ein geschlechtlicher Druck aufbaute. So hatte er das noch gar nicht gesehen. Er stimmte mit einem "Na, denn" zu.

Das Rotlichtviertel war gerade mal ein Strassenzug groß. Zügig gingen sie hinein. Freddy beachtete die Frauen gar nicht gross. "Wichtig ist, dass Du dir eine aussucht und nicht dass eine Dich aussucht. Dass ist ja gerade der Witz dabei" erklärte er.
Sie gingen in das grösste Haus der Strasse. In den langen Gängen waren die meisten Türen geöffnet, es war auch hier wenig los. "Das ist gut, da können wir den Preis drücken. Jetzt muss Du dir zunächst vorstellen, was Du gerne hättest. Also ich bräuchte eine in dieser Größe, blond sollte sie sein und recht jung, genau, das ist die Spezifikation." dozierte Freddy. "Stell Dir auch vor, welche Du gerne ficken würdest" ermutigte er Oswald. "Also ich hätte ja mehr... " weiter kam er nicht.
"Ja, wen haben wir denn hier" Freddy schaute in ein Zimmer. "Steh mal auf, ja, das sieht ja richtig gut aus und nun dreh Dich mal um und bück Dich nach vorne"
"Zwei auf einmal nicht!" entgegnete das Mädchen, trotzdem tat sie wie befohlen.
"Nur ich, aber das ist genau, was ich will. Wie ist der Preis?"
"einhundert"
Er holte aus seiner Brieftasche einen 50er, "nee, nee" sagte sie. "Noch 30 dazu, es ist Dienstag abend, viel Geschäft machst Du sowieso nicht mehr". Sie nahm mürrisch die Scheine, bevor er die Tür schloss, sagte er noch: "Jetzt Du, wir treffen uns dann unten".

Oswald suchte nach seiner Vorstellung von toller Frau. Jung, klein, blond sollte sie nicht sein. Immerhin könnte seine Tochter in ein paar Jahren ja auch so aussehen. Eher älter, reifer und rundlicher sollte sie sein. Etwas zum Anfassen, eben. Eine, nach der anderen nahm er in Augenschein, bei einer Thaifrau, die schon einmal bessere Zeiten gesehen hatte, blieb er stehen. "Hallo, willst Du Thaimädchen ficken?"
"Was kostet?"
"einhundert"
Als er seine Brieftasche öffnete, sagte sie: "Du sparst Flug nach Thailand, kannst hier schon weiche Thaifrau ficken", als er die zwei 50er herauszog, "Darfst auch Brust anfassen". Er steckte das Geld wieder ein, atmete hörbar aus, sagte: "Das ist mir doch zu doof" und drehte sich um. Das war einfach nicht sein Stil. Er war doch keiner von diesen Bumsfliegern!

Unten vor der Tür überlegte er kurz, ob er auf Freddy warten sollte. Was würde er ihm dann sagen? Er ging zurück in Richtung Hotel. Auf dem Weg kam er an diversen Möglichkeiten der sexuellen Erleichterung vorbei. Es gab Porno Kino und Tabledance. Das war alles nicht sein Ding, aber wie sollte er mit diesem Druck in seiner Hose umgehen? Ihm kam eine Idee und seine Schritte wurden schneller.

Im Hotel lag er im Bett und rief seine Frau an. "Warum schläft Du nicht" fragte das verquollene Gesicht.
"Ich muss die Sau herauslassen!"
"Bitte?" Sie lachte.
"Freddy hat mich in einen Puff mitgenommen"
"Wie? War es wenigstens gut?" Ihre Pupillen weiteten sich ein wenig.
"Das war nicht mein Ding. Ich will nur Dich und nicht diese Trullas. Ich doch nicht."
"Das ist lieb" Ihre Pupillen verengten sich, sie gähnte.
"Ich zeig Dir etwas" er stellte die Rückkamera ein.
"Ey, das machen wir morgen" ihre Augen waren offen und die Wangen bekamen Farbe.
"Wir probieren jetzt mal was aus! Ich möchte Dich sehen, wie Du es dir machst."
"Äh" sie wurde richtig rot im Gesicht.
"Ja, komm, tu deine Hand nach unten. Richtig und nun mit dem Mittelfinger, ganz langsam, wir haben Zeit"
Da kam sie heraus, die Sau.